David Tremlett  
  Wandzeichnung Dörrie * Priess Galerie 1988  
     


Drawing for a wall 18
Pastell auf Karton

 
 
Wandzeichnung in einer ehemaligen Kirche in Barolo
Nach den frühen konzeptuellen Arbeiten mit Zeichnung und Fotografie entwickelte David Tremlett
sein Werk auf ausgedehnten Reisen, vor allem durch Afrika und Asien. Auf diesen Reisen entdeckte
er für sich universelle Zeichen- und Bildsprachen, erkannte die Möglichkeiten, sich mit bewusst
einfachen Mitteln künstlerisch auszudrücken.

Vor dem Hintergrund eines neuen Skulpturbegriffs der concept art "modulierte" Tremlett fortan
seine Wandzeichnungen. Er arbeitet ausschließlich mit Pastellkreide, also mit den reinen Erdpigmenten,
direkt auf die Wand. "Unter seinen Händen" wird die Wand zur Skulptur, die den Raum definiert.

Auf seinen Reisen realisiert Tremlett oft Wandzeichnungen direkt vor Ort. Seine Künstlerbücher,
die zum Teil auch in den Reiseländern, etwa in Indien, gedruckt werden, dokumentieren diese
Arbeiten und sind zugleich eigenständige künstlerische Werke. Pastellzeichnungen auf Karton bringt
er von den Reisen mit und sie entstehen ebenfalls im englischen Atelier.

Die auf den Reisen in fremden Kulturen erlernten Zeichen und geometrischen Formen transferiert
Tremlett quasi mit seinen Zeichnungen in europäische und amerikanische Bauten. In temporären
Galerieausstellungen und in dauerhaften "wall drawings" für Museen, Verwaltungsgebäude und
Privathäuser schafft Tremlett Arbeiten besonderer Intensität. Das liegt auch daran, dass Tremlett
allein oder mit Assistenten direkt mit den Händen auf der Mauer arbeitet. Das Körperliche der Arbeit
bleibt spürbar. So finden sich Anklänge an die Kraft archaischer Bauten und an die Geborgenheit,
die Erdfarben, einfache Formen und eine universelle Bildsprache vermitteln.

 



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