Piotr Nathan   
  Wandzeichnung, 2003, Teil einer Installation im Hamburger Bahnhof, Berlin  
     
Eine Tasse Kaffee?, 2000
Lack auf Alu, 36 x 45 cm
 
 
 
City of Suiciders, 1996
Öl auf Leinwand, je 100 x 70 cm

Der 1956 in Danzig geborene Künstler studierte in Hamburg bei Sigmar Polke und
Karl-Ernst Hermann. Sein medienübergreifendes Werk umfasst Zeichnungen,
Malerei, Skulptur, Multiples, Künstlerbücher, Wandarbeiten und Installationen.

Die Arbeiten sind meistens aus banalen Materialien, häufig mit Kitschdekor, gefertigt
oder auch altermeisterlich präzise gezeichnet und gemalt. Die Motive aus dem
Alltagsleben mischen sich mit kunstgeschichtlichen Bezügen.

Piotr Nathan entwickelt seine Bildideen immer auf die konkrete Ausstellungssituation
bezogen. Einzelwerke werden zu Installationen zusammengefügt und damit in neue
räumliche und inhaltliche Bezugsfelder gestellt. Direkt mit Ruß auf die Wand "gepixelte"
Zeichnungen zeigen isolierte Elemente komplexerer Bildverwebungen.

Nathans Werk ist durchzogen von wiederkehrenden Motiven und Materialzitaten.
Alles ist kontinuierlich im Wandel, doch die Themen bleiben gleich. Der Künstler
thematisiert die männliche Sexualität, die Rituale der Homosexuellen, Genuss und
Freude, Krankheit und Tod. Der Prozeß körperlicher Veränderung durch Krankheit
und Altern prägt Nathans Werk der letzten Jahre. Daraus resultieren die
Transformationen von Bildmotiven wie Insektenflügel, Pflanzenreste und
Menschensilhouetten, die als Spuren an die Gegangenen, an das Vergangene,
erinnern und bleiben.

Aktuell ist eine große Rauminstallation von Piotr Nathan bei der 3. berlin biennale
für zeitgenössische kunst im Gropiusbau Berlin zu sehen gewesen.
www.berlinbiennale.de

 



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