Olav Christopher Jenssen   
  Olav Christopher Jenssen, "Anthologie", 2002/4, Öl auf Leinwand, 185 x 195 cm  
     
Händel 1, 2004
Öl auf Leinwand, 212 x 243 cm
 
 
 
The last aphasie, 2003/4
Öl auf Leinwand, 185 x 195 cm

Jenssen ist einer der bekanntesten Künstler skandinavischer Herkunft. Auch
wenn er seit 1983 überwiegend in Berlin lebt, ist er stark mit dem Kunstleben der
nordischen Länder verbunden und regelmäßig in Ausstellung der bedeutendsten
nordischen Institutionen präsentiert worden.

Dörrie * Priess haben 1988 in Hamburg Jenssens erste Einzelausstellung außerhalb
Skandinaviens ausgerichtet. Spätestens seit der Teilnahme an der documenta IX
ist Olav Christopher Jenssen auch einem internationalen Publikum bekannt.

Jenssen arbeitet in Werkgruppen. "Lack of Memory", "Biographie", "Palindrome" und
zuletzt "Time Paintings" sind diese Zyklen benannt. Die Arbeiten sind jeweils in motivischer
Hinsicht und in ihren malerischen Strukturen eng miteinander verbunden. Ein Ansatz
wird vom Künstler permutierend durchgearbeitet, Malerei heute in ihren Möglichkeiten
erforscht.

Bei aller radikalen Bildfindung in seiner Malerei erhält sich Jenssen immer noch die
poetische Komponente, die sich seit den frühen noch an nordische Landschaften
erinnernden Arbeiten durch das Werk zieht. Die früher deutlichen literarischen Bezüge
sind jedoch bei den Arbeiten der "Palindrome"-Serie auf rätselhafte Buchstabenfolgen
reduziert, die dem Betrachter assoziativ Verstehensebenen öffnen. Die abstrakten
Bilder Jenssens werden an textliche Ebenen angebunden und damit zugleich für eine
vielschichtige Bedeutungsanalyse geöffnet.

Parallel zu seiner Malerei hat Olav Christopher Jenssen ein umfassendes zeichnerisches
Werk entwickelt. Tagebuchartige Notate verbinden sich mit zeichnerischen Erkundungen.
In diesem Medium werden aber auch neue Bildideen zuerst erprobt und
unbefangen durchgearbeitet.

Das Persönliche seiner Papierarbeiten auf ein anderes Medium zu übertragen, ist
Jenssen überzeugend mit seinen großformatigen Wandarbeiten für Unternehmen
und Institutionen gelungen. Seine Wandmalerei im Berliner "Museum der Dinge"
und das Mosaik für den Neubau der Universität Oslo sind dafür Beispiele. Zugleich
sind diese Arbeiten eindrucksvolle künstlerische Setzungen im öffentlichen Raum,
die die Identität dieser Orte maßgeblich mit prägen.

Seit einigen Jahren bilden auch Skulpturen einen immer wichtiger werdenden Teil
im Werk von Olav Christopher Jenssen. Die aktuelle Ausstellung "Zeitweise" im Berliner
Haus am Waldsee wird zum ersten Mal die gesamte Bandbreite des Schaffens von Olav
Christopher Jenssen zeigen: von der großformatigen Malerei über Papierarbeiten bis zu
raumgreifenden Installationen. Es erscheint ein Katalog.

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