
Ausstellung HausSchau
Deichtorhallen Hamburg |
| |
| |
| |
| |
 |
| "6.6.95",
Innenansicht der Skulptur |
| |
| |
|
Innen- und Außenansicht einer Skulptur von Jürgen Albrecht
sind immer überraschend
verschieden. Der Betrachter nimmt die Arbeiten zunächst als Objekte
im Raum
wahr, wobei sie mit ihren strengen geometrischen Formen und ihrer schlichten
hellgrauen Außenseite den Raum gliedern und prägen. Die Objekte selbst wirken fast asketisch
Einen ganz anderen
Eindruck gewinnt
der Betrachter, wenn er durch die Öffnung der Skulptur
in ihr Inneres
schaut.
Nun erblickt er eine Raumflucht oder eine labyrinthische Architektur,
die Assoziationen an
Wahrnehmungsbilder
konkreter Raumsituationen freisetzt und zugleich
abstrakt ist. Dabei
fällt es
dem Betrachter äußerst schwer, die Dimensionen der vermeintlichen
Räume,
Korridore, Vorsprünge, Nischen einzuschätzen. Man meint, den
vor einem liegenden
Raum betreten zu können oder sich bereits mitten in ihm zu befinden.
Licht und Schatten spielen bei der Konstruktion dieser komplexen Innenräume
die
zentrale Rolle. Je nach der äußeren Lichtsituation verändert
sich auch der Lichtraum
im Inneren.
Ein wichtiger Aspekt der Arbeiten von Jürgen Albrecht
stellt die Interaktion
zwischen
dem Betrachter und dem Kunstwerk dar. Der Künstler arbeitet
bevorzugt
mit Tageslicht.
Folglich wandelt sich je nach Lichtsituation am Tag die Wirkung
der Innenräume
permanent.
Erst in der prozesshaften Wahrnehmung erlebt der Betrachter
die innere
Architektur in all
ihren Facetten.
Auch die neueren Videoarbeiten Albrechts spiegeln die intensive Auseinandersetzung
mit
Licht
und Raum wider. Jürgen Albrecht baut dafür zunächst einen
Korpus aus Karton, in dem
sich ein architektonisch strukturierter Raum befindet. An der Vorderseite
des
Raumkörpers
wird für die Aufnahme eine Videokamera fest mit
dem Objekt
verbunden. Mit diesem Objekt,
das Albrecht als Instrument bezeichnet,
bewegt sich
der Künstler zu verschiedenen Tageszeiten
durch unterschiedliche
Räume und Landschaften.
Die wechselnden farbigen Welten, die im Inneren des Instruments durch
einfallendes
Tageslicht entstehen, werden mit der Videokamera aufgezeichnet. In der
Ausstellungssituation wird dieser Film dann projiziert, ohne vorher bearbeitet
und
manipuliert worden zu sein. Der Künstler hat nur Einfluss auf das
Entstehen der Bilder
genommen. Durch die Auswahl der Situation, der Räume, Landschaften,
Tageszeiten
und die Festlegung der Verweildauer definiert er den Prozess.
Durch die großformatigen Projektionen wirkt auch der Übergang
zwischen dem realen
Ausstellungsraum und dem gefilmten Innenraum fließend - beide scheinen
die gleichen
Dimensionen zu haben. So kann sich der Betrachter leicht vorstellen, in
diesen Bildraum
real einzutreten. Wie in allen Arbeiten Albrechts ist auch hier die Realität
der Arbeit
direkt an das Prinzip der Imagination gekoppelt. Nicht das, was wirklich
existiert, ist
entscheidend, sondern was darauf aufbauend im Kopf des Beobachters entsteht.
Biographie>>
Installationen Ausstellung Hamburg 07>>
Installation Hamburger Kunsthalle 04>> |
|